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Ahaus, den 23. Mai 2019

Presseinformation:

Einen außerordentlichen Stammtisch führt die Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“ am kommenden Montag durch. Einziges Thema ist die Vorbereitung des Erörterungstermins, der im Juni in Legden stattfinden soll. Die Bürgerinitiative lädt deshalb zu ihrem Stammtisch insbesondere alle Menschen ein, die im Februar einen Einspruch gegen die geplante Verlängerung der Lagerdauer für schwach- und mittelradioaktiven Müll unterzeichnet haben.

Treffpunkt ist am Montag, den 27. Mai, um 20 Uhr in der Gaststätte „Am Schulzenbusch“, Ahaus, Hof zum Ahaus 3.

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Ahaus, den 16. Mai 2019

Pressemitteilung:

Die Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“ ruft zur Teilnahme am „Sonntagsspaziergang gegen Atommüll“ auf. Treffpunkt ist am kommenden Sonntag, dem 19.05., um 14 Uhr im Stadtzentrum von Ahaus am „Mahner“. In mehreren Redebeiträgen soll über aktuelle Entwicklungen berichtet werden, von denen es wieder mal genug gibt: Der bevorstehende Erörterungstermin zur geplanten Verlängerung der Lagerfristen im Ahauser Atommüll-Lager bis 2057, die Weigerung der Bundesumweltministerin zur persönlichen Übernahme der Unterschriftenlisten mit der Ahauser Erklärung, aber auch die jüngsten Tricksereien aus Jülich zur Verwirrung der Öffentlichkeit. Die BI wird darüber informieren, wie sie mit diesen Herausforderungen umgehen will.

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Ahaus, den 14. Mai 2019

Pressemitteilung:

In einer öffentlichen Bekanntmachung der Bezirksregierung Münster vom 10. Mai wurde ein öffentlicher Erörterungstermin angekündigt. Es soll dabei um den Antrag der BGZ gehen, die Lagerfrist für den schwach- und mittelradioaktiven Müll in Ahaus bis zum Jahr 2057 zu verlängern. Der Termin soll am 4. Juni 2019 um 10 Uhr beginnen – im Audimax des ‚Dorf Münsterland‘-Hotels in Legden – nicht in Ahaus!
Alle Menschen, die vor 3 Monaten einen Einspruch gegen dieses Vorhaben erhoben haben, sind teilnahmeberechtigt.

„Der Termin ist alles andere als bürgerfreundlich: Wer kann schon an einem Dienstagvormittag zu einer Erörterung kommen – die berufstätige Bevölkerung jedenfalls in der Regel nicht! Offenbar will die Bezirksregierung die Teilnehmerzahl so gering wie möglich halten“, kritisiert Hartmut Liebermann von der Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“.

Die Bürgerinitiative ruft dennoch alle Unterzeichner und Unterzeichnerinnen, die es zeitlich ermöglichen können, zur Teilnahme auf. Zur Vorbereitung auf den Termin lädt die BI zu einem Treffen am Montag, dem 27. Mai, 20 Uhr, in der Gaststätte „Am Schulzenbusch“ ein. Um den bevorstehenden Termin wird es auch am kommenden Sonntagsspaziergang gehen, zu dem die BI ebenfalls einlädt: Er soll am kommenden Sonntag, dem 19. Mai, um 14 Uhr am „Mahner“ stattfinden.

 

Ergänzung 03. Juni 2019:

Erörterungstermin zum Antrag auf Verlängerung der Lagerdauer für schwach- und mittelradioaktiven Müll in Ahaus bis zum Jahr 2057

Beginn: Dienstag, 4. Juni, 10 Uhr, im Audimax des Dorfes Münsterland in Legden, Haidkamp 1

  • Einlass ist ab 9.00 Uhr
  • Teilnahmeberechtigt sind alle, die einen Einspruch unterschrieben haben, Personalausweis mitbringen!
  • Die genaue Tagesordnung findet sich unter www.brms.nrw.de/go/zwischenlager_ahaus.
    Dort gibt es auch andere Dokumente zum Termin.
  • Mittags etwa von 13 - 14 Uhr wird es eine Pause geben, es lohnt sich aber auch unbedingt noch, um 14 Uhr zu kommen: Dann soll die Erörterung der Einzeleinwendungen beginnen!
  • Auch wer keinen Einspruch unterschrieben hat, kann kommen: Wir können Vollmachten als Sachbeistände ausstellen!
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An die
Bundesministerin für
Umwelt, Naturschutz und Nukleare Sicherheit
Frau Svenja Schulze
Stresemannstr. 128 – 30
10117 Berlin

vorab per E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
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Betr.: Übergabe der „Ahauser Erklärung“
Bezug: Ihre mehrfach bekundete Ablehnung einer persönlichen Entgegennahme

Ahaus, den 14. Mai 2019

 

Sehr geehrte Frau Ministerin Schulze,

Ihre bisherige Weigerung, die Unterschriften von über 11.500 Menschen unter die „Ahauser Erklärung“ persönlich in Empfang zu nehmen, ist für uns nicht akzeptabel. Sie brüskieren damit nicht nur unsere Bürgerinitiative, sondern viele Menschen in unserer Region, auch die 44 Organisationen, die die Erklärung tragen und zu denen übrigens auch mehrere Ortsvereine Ihrer eigenen Partei gehören. Unsere Unzufriedenheit ist auch vor dem Hintergrund zu sehen, dass Sie sich seit Ihrem Amtsantritt beharrlich jeglichem Dialog mit uns verweigern, um über die wachsenden Probleme der Zwischenlagerung von Atommüll in Ahaus und insbesondere der drohenden Transporte von Atommüll aus Jülich mit uns zu reden. Wir möchten Sie in dem Zusammenhang an folgende Tatbestände erinnern:

  • Am 2.2.2011 haben Sie in Ihrer damaligen Funktion als Wissenschaftsministerin des Landes Nordrhein-Westfalen in einer Rede vor dem Landtag zum Umgang mit den Brennelementen des stillgelegten AVR in Jülich eindeutig Ihre Absicht bekundet, den Jülicher Atommüll nur noch einmal transportieren zu lassen, nämlich in ein Endlager. Seit Ihrem Amtsantritt als Bundesumweltministerin wollen Sie offenbar von Ihrer Erklärung nichts mehr wissen, vielmehr setzt sich Ihr Ministerium für den Transport der AVR-BE nach Ahaus ein.
  • Am 20.03.2018 haben wir Sie in einem Schreiben ausführlich über unsere Argumente, die gegen eine Verbringung der Brennelemente aus Jülich nach Ahaus sprechen, informiert. Auf unsere darin auch vorgetragene Bitte um ein Gespräch sind Sie ebenso wenig eingegangen wie auf unsere Sachargumente. Sie haben uns lediglich durch Ihre Staatssekretärin Schwarzelühr-Sutter für das Schreiben danken lassen, ohne in irgendeiner Weise auf die Sachargumente einzugehen. Lediglich die am schnellsten umzusetzende, nicht die bestmögliche Lösung für den Verbleib des Jülicher Atommülls sollte demnach umgesetzt werden. Wir bezweifeln, dass das auch die sicherste und die langfristig sinnvollste Lösung ist.
  • Daraufhin haben wir Ihnen am 28.05.2018 erneut geschrieben und zusätzliche Erläuterungen zu unserer Position gegeben. Auf unsere in diesem Schreiben erneut vorgetragene Bitte um ein Gespräch haben wir bis heute nicht einmal eine Antwort erhalten.
  • Im Herbst 2018 sind Sie von der Volkshochschule Ahaus-Vreden eingeladen worden, an einer Podiumsdiskussion teilzunehmen. Mit Schreiben vom 14. November haben Sie Ihre Teilnahme wegen „Terminverpflichtungen“ abgesagt, obwohl Sie den Termin für die Podiumsdiskussion hätten selbst festlegen können!
  • Stattdessen hat dann Ihr Staatssekretär Flasbarth an der Diskussion am 26.02.2019 teilgenommen. Es stellte sich heraus, dass er über die neueren Entwicklungen in Jülich gar nicht informiert war. Darüber hinaus hat er die Podiumsdiskussion vorzeitig wegen anderer Termine verlassen, so dass eine echte Diskussion mit ihm nicht möglich war.
  • Nun haben wir Sie mit Schreiben von 02.04.19 sowohl an Ihre Ministeriumsadresse in Berlin als auch an Ihr Abgeordnetenbüro in Münster um einen Termin für die Übergabe der Unterschriftenlisten unter die „Ahauser Erklärung“ gebeten. Auch das haben Sie mit dem fadenscheinigen Argument der „Terminschwierigkeiten“ abgelehnt. Fadenscheinig ist dies deshalb, weil es auch hier nicht um einen bestimmten Termin ging, sondern wie bei allen Anfragen davor Sie sich den Termin und die Gelegenheit selbst aussuchen hätten können. Angesichts der zahlreichen Termine, die Sie in den letzten Wochen im Münsterland wahrgenommen haben, hätte es da sicher bei gutem Willen Ihrerseits auch eine Möglichkeit zum Gespräch mit uns gegeben. Stattdessen setzen Sie Ihre Strategie der Gesprächsverweigerung ungebrochen fort.

Was ist der Hintergrund für Ihr Verhalten? Ist es Desinteresse oder mangelhaftes Fachwissen für dieses Problem, das die Menschen in Münster und im Münsterland seit vielen Jahren bedrängt? Ist es Feigheit, Ihren Positionswechsel in der Frage des Jülicher Atommülls vor den davon Betroffenen zu rechtfertigen? In beiden Fällen wäre es ein für eine Ministerin unverantwortliches Verhalten. Dies gilt umso mehr, da Sie als Abgeordnete aus dem Münsterland eigentlich für die Probleme der Region ein besonders offenes Ohr haben müssten. Die von Ihren Mitarbeiterinnen angebotene Annahme der Unterschriftenlisten durch Ihre Staatssekretärin in Berlin ist für uns auch deshalb keine akzeptable Alternative. Wir fordern Sie daher auf, uns endlich einen Termin für ein persönliches Gespräch und für die Übergabe der „Ahauser Erklärung“ anzubieten. Am liebsten wäre es uns, Sie würden endlich einmal selbst nach Ahaus kommen. Ein Treffen an einem anderen Ort im Münsterland wäre aber auch für uns akzeptabel.

Mit freundlichen Grüßen,

Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“

Burkhard Helling Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! 02561/67581
Felix Ruwe Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! 0171/7937926
Hartmut Liebermann Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! 02561/961101

Nachtrag:
Wir haben alle Unterschriften digitalisiert und auf einer DVD gespeichert. Auch die Übernahme und die Mitnahme zu Ihrem Ministerium stellt damit keine unzumutbare Belastung dar.

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Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen
Arbeitskreis Umwelt (AKU) Gronau
Bündnis AgiEL – AtomkraftgegnerInnen im Emsland
Arbeitskreis Umwelt (AKU) Schüttorf
SOFA (Sofortiger Atomaustieg) Münster
Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU)
IPPNW (Internationale Ärzte zur Verhütung eines Atomkrieges – Ärzte in sozialer Verantwortung)

Gronau/Lingen/Münster/Berlin, 2. Mai 2019

- Atomkraftgegner: Sofortiger Atomausstieg in Lingen und Gronau
- Urananreicherung in Gronau Bedrohung für Frieden und Sicherheit

 

Auch Anti-Atomkraft-Initiativen aus dem Münsterland und Emsland sowie der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) und die Ärzteorganisation IPPNW beteiligen sich am morgigen Freitag, 3. Mai, zusammen mit Klima-, Umwelt- und Schülergruppen an den vielfältigen Protesten zur Jahreshauptversammlung von RWE in Essen. In mehreren Redebeiträgen in der Halle und auf einer Kundgebung vor der Gruga-Halle werden sie vom RWE-Vorstand fordern, die verbliebenen Atomkraftwerke des Konzerns in Lingen und Gundremmingen sofort stillzulegen. Desweiteren fordern sie die sofortige Stilllegung der Urananreicherungsanlage Gronau. RWE verfügt zusammen mit EON über ein Drittel der Anteile am Gronauer Urananreicherer Urenco und ist damit einer der vier Großaktionäre.

"RWE stemmt sich nicht nur in Sachen Kohleausstieg gegen die gesellschaftliche Mehrheit und die ökologische Vernunft, sondern versucht noch immer, den dringend notwendigen Atomausstieg so lange wie möglich hinauszuzögern. In Lingen gefährdet deshalb noch immer das AKW Emsland die Bevölkerung in einem weiten Umkreis. Täglich fällt neuer Atommüll an, für den es keine sichere Entsorgungsmöglichkeit gibt, in den Niederlanden wurden schon wie in Aachen Jodtabletten verteilt, auch die Stadt Münster überlegt dies. Acht Jahre nach Fukushima ist es dringend Zeit, dass RWE den Atomausstieg akzeptiert und das Atomkraftwerk im Emsland genau wie das in Gundremmingen sofort abschaltet," so Peter Bastian vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen.

"Mit der Beteiligung an der Urananreicherung in Gronau, in den Niederlanden, Großbritannien und den USA möchte RWE auch über 2022 hinaus Atomkonzern bleiben. Urenco beliefert z. B. die Pannenreaktoren Tihange und Doel in Belgien, aber auch Reaktoren in der Ukraine und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Zudem versucht der weltweit operierende Urananreicherer derzeit, seine zivilen Beschränkungen beiseite zu schieben. Urenco möchte in den USA Uran bis auf fast 20% Uran 235 anreichern – zivile Leistungsreaktoren benötigen nur ca. 5%. Wir befürchten deshalb, dass Urenco mit Billigung von RWE für das neue, erheblich höher angereicherte Uran gezielt neue Kunden im zivil-militärischen Graubereich sucht. Das hat mit Atomausstieg nichts zu tun und ist extrem gefährlich. RWE muss hier dringend ein Veto einlegen und für eine atompolitische Kurswende sorgen," ergänzte Matthias Eickhoff vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen.

Weitere Infos:
www.bbu-online.de, www.sofa-ms.de, www.urantransport.de

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Ahaus, den 19. Mai 2019

Pressemitteilung:

Seit ihrem Amtsantritt als Bundesumweltministerin versucht die Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“ Kontakt mit Frau Schulze aufzunehmen, um mit ihr über die Problematik der geplanten Atommüll-Transporte nach Ahaus zu sprechen. Insbesondere sollte es dabei um die geplanten 152 Transporte von Brennelementen aus Jülich nach Ahaus gehen. Unsere Bitten um einen Gesprächstermin wurden bisher regelmäßig abgelehnt oder einfach ignoriert.

Diese Verweigerungsstrategie hat jetzt einen neuen Höhepunkt erfahren: Die Bürgerinitiative wollte die „Ahauser Erklärung“, die von 44 Organisationen unterstützt wird und die in wenigen Monaten von über 11.500 Menschen unterschrieben worden war, Frau Schulze persönlich überreichen. Die Ahauser Erklärung wendet sich gegen die geplanten Atommüll-Transporte aus Garching und Jülich nach Ahaus sowie gegen die drohende Umwandlung des Ahauser Zwischen- in ein Endloslager. Eine persönliche Übernahme dieser Unterschriften hat die Ministerin aus „Termingründen“ verweigert – obwohl sie Ort und Zeitpunkt der Übergabe selbst hätte festlegen können!

“Wenn Frau Schulze in diesen Tagen genügend Zeit hat, um z.B. in Münster auf dem Dach der Landesbausparkasse die Aufstellung von drei Bienenstöcken ministeriell zu begleiten, so müssen wir sie deutlich an ihre Aufgaben im Bereich der nuklearen Sicherheit erinnern“, so Felix Ruwe von der BI „Kein Atommüll in Ahaus. „Offenbar ist Frau Schulze ihre eigene Positionsänderung peinlich: Als Ministerin des Landes NRW war sie vor 8 Jahren noch dafür eingetreten, dass der Müll aus Jülich solange dort bleibt, bis er in ein Endlager transportiert werden kann – jetzt hält ihr Ministerium den Transport nach Ahaus für die beste, weil vermeintlich am schnellsten zu realisierende Lösung. Die schnellste ist aber nicht die sicherste und langfristig beste Lösung“.

„Frau Schulze brüskiert damit nicht nur die Bürgerinitiative und die mehr als elftausend Menschen, die ihre Sorgen mit ihrer Unterschrift zum Ausdruck gebracht haben, sondern auch die 44 Organisationen, die hinter der Erklärung stehen. Darunter sind neben Umweltinitiativen auch Kirchengemeinden der Stadt Ahaus und Parteien, auch mehrere Ortsverbände von Frau Schulzes eigener Partei, der SPD“, so Hartmut Liebermann von der Bürgerinitiative.

„Mit ihrem Verhalten trägt Frau Schulze zur wachsenden Politikverdrossenheit bei. Wir haben sie daher in einem offenen Brief erneut aufgefordert, uns einen Gesprächstermin anzubieten“, ergänzt BI-Mitglied Burkhard Helling.

Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“

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Jülich / Ahaus, den 29.04.2019

Gemeinsame Pressemeldung Aktionsbündnis „Stop Westcastor“ Jülich
Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus e.V.“

 

Kurz nach Ostern kursierte in den Medien die Meldung über ein von der Jülicher Entsorgungsgesellschaft für Nuklearanlagen (JEN) in Auftrag gegebenes neues Gutachten. Demzufolge soll jetzt die Erdbebensicherheit der bestehenden Lagerhalle für Brennelemente gewährleistet sein. Die Existenz dieses Gutachtens war bereits seit Februar bekannt. Neu ist nur, dass es jetzt auch vom BfE (Bundesamt für nukleare Entsorgungssicherheit) akzeptiert worden ist. Die 152 Jülicher Castorbehälter mit rund 300 000 Brennelementkugeln könnten demnach vermutlich für einige weitere Jahre auf dem Gelände des Forschungszentrums Jülich gelagert werden. Allerdings bescheinigt das Gutachten nur dem Fußboden der Halle die Erdbebenfähigkeit, nicht dem Gebäude als Ganzes. Eine dauerhafte Genehmigung des bestehenden Lagers ist daher nach wie vor nicht akzeptabel. Lediglich bezüglich der nach wie vor geplanten Abtransporte der Castor-Behälter nach Ahaus oder in die USA kann damit für ein paar Jahre Zeit gewonnen werden, aber genau darauf kommt es den Betreibern in Jülich an. Hartmut Liebermann von der Initiative „Kein Atommüll in Ahaus“: „Dieser Abtransport der Castoren wirft nämlich nach wie vor sicherheitstechnische Probleme auf, zudem hat die Stadt Ahaus Klage eingereicht gegen die Lagerung des Jülicher Atommülls in Ahaus.“

Die Bürgerinitiativen aus Jülich und Ahaus sowie Initiativen und Umweltverbände aus ganz Deutschland fordern seit Jahren den Neubau einer sicheren Lagerhalle in Jülich, um unsinnige und gefährliche Transporte zu vermeiden.

Bereits 2013 hatte die Zwischenlagerhalle, in der abgebrannte Brennelemente aus dem Versuchsreaktor „AVR“ lagern, keine Genehmigung mehr. „Inzwischen sind sechs Jahre verstrichen und ein neues sicheres Zwischenlager könnte schon längst in Jülich stehen. Warum behauptet die JEN, dass ein Neubau zehn Jahre beanspruchen würde? Wenn der politische Wille da ist, kann ein besseres Zwischenlager auch in 4 Jahren gebaut werden,“ moniert Marita Boslar (Aktionsbündnis „Stop Westcastor“).

Dezentrale Zwischenlager für radioaktive Abfälle nach dem STEAG-Konzept – Lagerhallen aus Stahlbeton – gibt es an einigen Standorten schon. Die Betreiber der dortigen Standort-Zwischenlager haben den baulichen Schutz gegen Störmaßnahmen oder sonstiger Einwirkungen Dritter (zum Beispiel durch Terroristen) nachgerüstet und die Zwischenlager sicherer gemacht. Schon 2002 wurde mit der Novellierung des Atomgesetzes festgesetzt, dass der anfallende Atommüll an den Standorten der Atomkraftwerke dezentral zwischengelagert werden soll, bis es ein nationales Endlager gibt.

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