- Atomkraftgegner fordern Ende der Transporte
- Mittwoch, 10.06.2026: Proteste in Jülich und Ahaus

Die Castor-Transporte vom Forschungszentrum Jülich zum Zwischenlager Ahaus sind offensichtlich völlig aus dem Takt geraten: Wie Anti-Atomkraft-Initiativen und der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz aus gut informierten Quellen erfahren haben, soll überraschenderweise bis Ende Juni kein Castor mehr rollen. Damit ergäbe sich seit dem letzten Castor von Mitte Mai eine Transportpause von mindestens sechs Wochen. Der Grund dafür ist noch unklar, doch die Initiativen gehen davon aus, dass zum einen die zu erwartende Arbeitsbelastung der Polizei durch die WM sowie in Jülich Probleme beim Zusammenstellen der Castor-Konvois ausschlaggebend sind. Bis jetzt waren nur Einzeltransporte unterwegs, die den ohnehin immensen Polizeiaufwand natürlich deutlich erhöhen.

Unterdessen halten die Anti-Atomkraft-Initiativen an den für morgen angekündigten Protesten in Jülich und Ahaus fest. So startet in Ahaus um 18.30 Uhr am Bahnhof eine Fahrrad-Demo durch die Innenstadt zum Zwischenlager und einer Abschlusskundgebung an der Castor-Kreuzung Schorlemer Straße / Schumacher-Ring. In Jülich findet um 19 Uhr vor dem Forschungszentrum Jülich ebenfalls einen Mahnwache statt.

„Wir haben von Anfang an gesagt, dass die Castor-Transporte nicht so leicht abzuwickeln sind. Offensichtlich knirscht es hinter den Kulissen zwischen Jülich, Düsseldorf und Berlin, sodass jetzt erstmal diese Castor-Pause eingetreten ist. Wir fordern deshalb Aufklärung, was eigentlich los ist. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, die völlig überflüssigen und unsinnigen Castor-Transporte zu beenden und sich um die Weiterlagerung in Jülich zu kümmern. Noch stehen dort 148 Castor-Behälter und wir gehen morgen auf die Straße, damit sich diese Anzahl nicht weiter verringert und in Jülich endlich ein neues Zwischenlager gebaut wird,“ erklärte Matthias Eickhoff vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen.

„Es stellt sich immer mehr die Frage, wieviele Jahre dieser Castor-Wahnsinn zwischen Jülich und Ahaus eigentlich andauern soll – vier Jahre, sechs Jahre oder noch länger? Auch das Zwischenlager in Ahaus ist ja nur bis 2036 genehmigt – und wohin geht der Atommüll dann? Wir fordern, dass der Fokus endlich weg von den Autobahn-Transporten hin zur Frage einer sicheren Endlagerung gelenkt wird. Das erfordert alle Ressourcen der Bundesregierung. Die Autobahn-Transporte hingegen sind eine reine Placebo-Aktion zur Täuschung der Öffentlichkeit,“ so Marita Boslar vom Aktionsbündnis „Stop Westcastor“ in Jülich und Heiner Möllers von der Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“ in einer gemeinsamen Erklärung.



Die Bürgerinitiativen laden ein zur Fahrraddemo am 10. Juni um 18:30 mit anschließender Mahnwache um 19 Uhr in Ahaus (Kreuzung Schumacherring/Schorlemerstraße) und zur Mahnwache am Forschungszentrum in Jülich.


Originalmeldung vom 08. Juni 2026

Zwei-Wochen-Takt ließ sich nicht halten

- Mittwoch 18.30 Uhr: Raddemo ab Bhf. Ahaus
- Mittwoch 19 Uhr: Mahnwachen in Jülich und Ahaus

Die Castor-Transporte sind über Pfingsten durch den großen Polizeieinsatz rund um das Klimacamp in Hamm offensichtlich aus dem Zwei-Wochen-Takt geraten. Anti-Atomkraft- Initiativen aus Jülich und dem Münsterland rechnen nun für diesen Mittwoch oder Donnerstag, 10./11. Juni, mit dem fünften Transport. Ob es dabei erstmals zu einem „Doppelpack“ mit zwei Castor-LKW kommt, ist unklar.

Aus Protest gegen die Fortsetzung des gefährlichen Atommüll-Wahnsinns auf den maroden Autobahnen von NRW rufen die Initiativen für jetzt Mittwoch, 10. Juni, um 18.30 Uhr erneut zu einer Fahrraddemo ab Bahnhof Ahaus auf. Die Demoroute führt durch die Innenstadt hinaus zum Zwischenlager und zur Castor-Autobahn A31. Um 19 Uhr starten Mahnwachen vor dem Forschungszentrum in Jülich sowie an der zentralen Castor-Kreuzung Schorlemer Str./Schumacher-Ring in Ahaus. Im Bedarfsfall wird es auch am Donnerstag spontan weitere Mahnwachen und Protestaktionen geben. Die Polizei bemüht sich weiterhin, die Castor-Transporte so lange wie möglich geheim zu halten. Das hat bislang aber in keinem Fall funktioniert.

„In den ersten zehn Wochen ist es den bundeseigenen Atommüll-Betrieben in Jülich und Ahaus sowie der Polizei erst viermal gelungen, einen einzelnen Castor von Jülich nach Ahaus zu bringen. Hochgerechnet deutet dies auf eine Transportdauer von rund sechs Jahren hin. Es zeigt sich immer mehr, dass die angeblich kürzeste Variante für den Verbleib des hochradioaktiven Atommülls aus Jülich alles andere als kurz ist – und angesichts des immensen Polizeiaufgebots auch nicht kostengünstig. Nicht umsonst schweigen sich Bundes- und Landesregierung über die bisherigen Kosten für die vier Polizeieinsätze beharrlich aus. Wir werden unsere Proteste deshalb entschlossen fortsetzen, um auf die völlig ungelöste Atommüllentsorgung aufmerksam zu machen. Auch das Zwischenlager Ahaus ist ja nur bis 2036 genehmigt. Die Autobahntransporte sind eine reine Placebo-Aktion zur Täuschung der Öffentlichkeit,“ so Marita Boslar vom Aktionsbündnis „Stop Westcastor“ in Jülich und Heiner Möllers von der Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“ in einer gemeinsamen Erklärung.

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