Quicklink: Lesenswertes
Quicklink: Aktuell geplante Demonstrationen
Castor mit gefährlichen Sicherungslücken
Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“
Aktionsbündnis „Stop Westcastor“ Jülich
Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen
SOFA (Sofortiger Atomausstieg) Münster
Pressemitteilung, Jülich/Ahaus, 6. Mai 2026
- Atomkraftgegner:innen gelangen auf unbewachte Autobahnbrücken
- kein Begleithubschrauber mehr
- führt Personalmangel zu Abstrichen bei Sicherung?
Beim dritten Castor-Transport von Jülich nach Ahaus ist es in der vergangenen Nacht zu schwerwiegenden Sicherungslücken gekommen: Atomkraftgegner:innen gelangten unbemerkt auf zwei unbewachte Autobahnbrücken – einmal sogar direkt zur Durchfahrt des Castor-LKWs. Das lag offensichtlich daran, dass die Polizei erheblich weniger Personal eingesetzt hat und sogar auf den normalerweise üblichen Aufklärungs-Hubschrauber vor dem Castor verzichtet hat. Ob die mobile Drohnen- Abwehr noch im Einsatz war, ist ebenfalls fraglich.
„Wir sind entsetzt, dass unsere Befürchtungen schon beim dritten Castor-Transport eintreten. Weil die NRW-Landesregierung anscheinend die hohen Kosten für die polizeiliche Castor-Begleitung möglichst stark eindämmen will, fährt sie die Sicherung der Atommüll-Transporte unverantwortlich herunter. Unbewachte Autobahnbrücken, fehlender Hubschrauber – das sind gravierende Fahrlässigkeiten, die zeigen, dass weder die Polizeiführung noch das NRW-Innenministerium die erheblichen Gefahren durch die hochradioaktiven Atommüll-Transporte wirklich ernst nehmen,“ so Matthias Eickhoff vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen in einer ersten Bewertung.
„Anmelder:innen von Demonstrationen müssen sich regelmäßig mit der Polizei vor Gericht aus „Sicherheitsgründen“ um den freien Zugang zu Autobahnbrücken streiten. Doch die Polizei selbst lässt diese im Dunkeln völlig unbewacht offenstehen. Das ist absurd,“ ergänzte Hanna Poddig von der Initiative SOFA (Sofortiger Atomausstieg) Münster.
Bei den ersten beiden Castor-Transporten waren noch 2000 bzw. 2400 Beamte im Einsatz. Beide Male kam es zudem vor der Abfahrt in Jülich bzw. nach der Ankunft in Ahaus zu Pannen: Der erste Castor konnte im Zwischenlager Ahaus eine Woche lang nicht an des externe Überwachungssystem angeschlossen werden und beim zweiten Castor verzögerte ein Problem mit der externen Stromversorgung die Abfahrt des Transport-LKW.
19. Mai: vierter Castor − neue Proteste in Jülich und Ahaus
Die Anti-Atomkraft-Initiativen gehen derzeit davon aus, dass in zwei Wochen, am Dienstag, 19. Mai, der vierte Castor von Jülich nach Ahaus rollen wird. Sie kündigen dazu neue Proteste in Jülich und Ahaus sowie entlang der 170 Kilometer langen Autobahnstrecke an.
„Der bisherige Ablauf der Castor-Transporte bekräftigt uns darin, weiterhin auf die Straße zu gehen. Polizei-Konvois auf der Autobahn sind keine Atommüll-Entsorgung. Bundes- und NRW-Landesregierung sind ganz offensichtlich dem Thema Atommüll nicht gewachsen. Wir hätten nie gedacht, dass es tatsächlich zu diesem jahrelangen Castor-Marathon auf der Autobahn kommen könnte – von einem Zwischenlager in ein anderes Zwischenlager, ohne Klärung der Endlagerfrage. Das ist völlig sinnlos und der schiere Wahnsinn. Hier offenbart sich ein massives politisches Versagen in Berlin und Düsseldorf. Die Castor-Transporte müssen dringend gestoppt werden,“ erklärten Marita Boslar vom Aktionsbündnis „Stop Westcastor“ Jülich und Heiner Möllers von der Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“ gemeinsam.
Heute Abend dritter Castor Jülich-Ahaus
Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“
Aktionsbündnis „Stop Westcastor“ Jülich
Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen
SOFA (Sofortiger Atomausstieg) Münster
Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU)
Arbeitskreis Umwelt (AKU) Gronau
Pressemitteilung, Jülich/Ahaus, 5. Mai 2026
WDR: Wieder nur Einzeltransport
Atommülltransporte komplizierter als erwartet?
Heute Abend Proteste in Jülich und Ahaus
Realsatire im Polizeipräsidium Münster: Angst vor Tennisbällen
Nach Informationen der Anti-Atomkraft-Initiativen im Münsterland und in Jülich soll heute Abend der dritte Castor-Transport mit hochradioaktivem Atommüll vom Forschungszentrum Jülich ins Zwischenlager Ahaus starten. Nach Angaben des WDR soll dabei wieder nur ein einziger Castor-Behälter transportiert werden. Diese Einzeltransporte erhöhen den Aufwand für Personal, Zeit und Kosten enorm. Die Anti-Atomkraft-Initiativen gehen deshalb davon aus, dass sich die reale Umsetzung der Atommülltransporte als schwieriger erweist, als vorab angenommen. Und die Castor-Transporte werden deutlich teurer als vorab behauptet.
Bei den ersten beiden Castor-Transporten waren 2000 bzw. 2400 Beamte im Einsatz. Dabei konnte Innenminister Reul anscheinend sein Versprechen nicht einhalten, nur Beamte aus NRW einzusetzen. Beide Male kam es zudem zu Pannen: Der erste Castor konnte im Zwischenlager Ahaus eine Woche lang nicht an des externe Überwachungssystem angeschlossen werden und beim zweiten Castor war kurz vor dem Start die externe Stromversorgung für den Transport-LKW nicht gesichert.
„Während die Bundes- und die NRW-Landesregierung mit dem Kopf durch die Wand wollen, erweisen sich die Castor-Transporte offensichtlich als komplizierter als vorher gedacht. Anscheinend befinden sich alle Beteiligten noch immer in einer Art Probephase – nur, dass jetzt mit realem, hochradioaktiven Atommüll auf den Autobahnen „geprobt“ wird. Wir halten das für unverantwortlich – und weisen erneut eindringlich darauf hin: Atommülltransporte mit großen Polizei-Konvois auf der Autobahn sind keine Atommüllentsorgung,“ erklärten Marita Boslar vom Aktionsbündnis „Stop Westcastor“ Jülich und Heiner Möllers von der Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“.
Heute Proteste in Jülich und Ahaus
Heute Abend wird es in Jülich wieder ab 18 Uhr eine Dauer-Mahnwache vor dem Forschungszentrum Jülich geben. In Ahaus startet um 18.30 Uhr eine Fahrrad-Demo vom Bahnhof durch die Innenstadt zur Castor-Strecke am Schumacher-Ring. Dort beginnt dann um 19 Uhr an der Kreuzung mit der Schorlemer-/Schöppingerstraße die zentrale Kundgebung. Im Anschluss findet an dieser zentralen Castor-Kreuzung Richtung Zwischenlager auch die Dauer-Mahnwache bis zur nächtlichen Ankunft des Castor-Konvois statt. Aus diesem Grund findet am Zwischenlager dieses Mal keine Mahnwache statt.
Polizeipräsidium Münster mit Realsatire um Tennisbälle
Unterdessen hat das Polizeipräsidium Münster als federführende Versammlungsbehörde in einem Punkt die Realität aus den Augen verloren: Beim zweiten Castor hatte eine einzige Atomkraftgegnerin in Jülich einen Tennisball dabei, um den Anwesenden und der Presse anschaulich die ungefähre Größe der Brennelementekugeln zu verdeutlichen. Das sah die Polizei vor Ort sehr kritisch und nun wurde von der Polizeiführung in Münster allen Versammlungsanmelder:innen in Jülich und Ahaus explizit und proaktiv die Nutzung von Tennisbällen auf den Versammlungen untersagt! Auf Rückfrage kam als Begründung, Tennisbälle könnten als „Wurfgeschosse“ benutzt werden, insbesondere auf Autobahnbrücken – weder das Forschungszentrum Jülich noch die Innenstadt von Ahaus liegen jedoch an einer Autobahn ... Ebenfalls auf Rückfrage riet das Polizeipräsidium in vollem Ernst dazu, man könne „Brennelementekugeln“ ja auch auf Papier aufmalen oder aus Styropor basteln ...
Anscheinend verwechselt das Polizeipräsidium Münster die Anti-Atomkraft-Initiativen mit Tennisvereinen oder Bastelgruppen. Die Initiativen fordern die Polizeiführung deshalb eindringlich dazu auf, die Versammlungsanmeldungen mit mehr Ernsthaftigkeit zu behandeln und den Anmeldeprozess nicht ins Lächerliche zu ziehen. Die realen Gefahren der Castor-Transporte gehen noch immer von Drohnen, Sabotage, Terror, Unfällen, Fahrfehlern, falschen Sicherheits-Einschätzungen und natürlich der radioaktiven Strahlung aus. Darauf sollte sich die Polizei konzentrieren.
Tag X3: Findet der nächste Transport am Dienstag (05. Mai 2026) statt? Aufruf zu neuen Protesten
Die BI "Kein Atommüll in Ahaus" ev. V. rechnet für Dienstag, den 05. 05. 2026, abends mit dem nächsten Castor-Transport von Jülich nach Ahaus. Auch der WDR meldet dies - und die Gewerkschaft der Polizei kritisiert erneut den massiven Personalaufwand.
Wir rufen deshalb kurzfristig zu neuen Protesten in Jülich und Ahaus auf:
- Jülich
18.00 Uhr - Dauer-Mahnwache vor dem Forschungszentrum - Ahaus
18.30 Uhr - Fahrrad-Demo ab Bahnhof durch die Innenstadt zur und auf der Castor-Strecke
19.00 Uhr - Mahnwache und zentrale Kundgebung an der Kreuzung Schorlemer-Straße / Schumacher-Ring (Teppich Janning / Bleker)
ab 20 Uhr - Dauer-Mahnwache dort bis CASTOR-Ankunft
Es wird dieses Mal keine (!) Mahnwache am Zwischenlager in Ahaus geben, sondern an der zentralen Castor-Kreuzung in Ahaus auf der Schorlemer-Str. Das ist abends und nachts auch für spontan Anreisende viel leichter zu erreichen und wir sind auch dort direkt am Ort des Geschehens. Es gibt ab 19 Uhr verzehrfertige Essensspenden bei Janning.
Bitte "schmückt" als Teilnehmende an der Fahrrad-Demo eure Räder mit Fahnen und denkt an Trillerpfeifen. Wir starten ziemlich pünktlich.
Für alle Fälle gibt es für evtl. Stress mit der Polizei wieder den Ermittlungsausschuss: Tel. 0151-51402319.
Pannen und Polizeikosten Castor-Transporte Jülich−Ahaus: Brief an Minister Neubaur und Reul
Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“
Aktionsbündnis „Stop Westcastor“ Jülich
Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen
SOFA (Sofortiger Atomausstieg) Münster
Pressemitteilung, Jülich/Ahaus, 29. April 2026
- Waren Pannen in Jülich und Ahaus „meldepflichtige Ereignisse“?
- Wie hoch waren die Polizeikosten für die Einsätze?
- Trägt NRW die Polizeikosten alleine?
- Gab es Verletzungen der Flugverbotszone?
- Ist Zeitrahmen bis August 2027 für Castor-Transporte zu halten?
Die Anti-Atomkraft-Initiativen im Münsterland und in Jülich haben sich schriftlich an NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur (Grüne) und NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) gewandt, um zu den Problemen und den Kosten der ersten beiden Castor- Transporte von Jülich nach Ahaus Auskunft zu bekommen. So hatte sich die Abfahrt des zweiten Castor-Transports in Jülich wegen einer Panne verzögert und der erste Castor konnte im Zwischenlager Ahaus eine Woche lang nicht fachgemäß an die Überwachungssysteme angeschlossen werden. Die Initiativen wollen nun unter anderem wissen, ob diese Pannen von der NRW-Atomaufsicht als „meldepflichtige Ereignisse“ eingestuft wurden Zudem fragen die Initiativen nach dem weiteren Vorgehen der NRW-Landesregierung in Sachen Castor-Transporte, unter anderem mit Bezug auf die aus Garching angekündigten Atommüll-Transporte.
Proteste werden fortgesetzt – nächster Castor kurz vor Pfingsten?
Unterdessen kündigen die Anti-Atomkraft-Initiativen an, die Proteste zwischen Jülich und Ahaus fortzusetzen. „Wir sehen uns in unserer Kritik bestätigt. Nur mit einem enormen Polizeiaufgebot konnten die ersten beiden von 152 Castor-Behälter nach Ahaus gebracht werden. Da ist es eine Farce, dass die Transporte vorab als günstigste Option gepriesen wurden. Und schon jetzt gab es erstaunliche Pannen. Nun fürchten wir ganz konkret, dass die NRW-Landesregierung aus Kostengründen die polizeiliche Sicherung der Castor-Transporte demnächst deutlich zurückfahren wird. Das wird sich als Knackpunkt für die noch ausstehenden Dutzende weiterer Atommülltransporte erweisen. Denn jede Nachlässigkeit der Sicherheitsbehörden kann bei Sabotage oder Terrorgefahren katastrophale Folgen haben,“ erklärte Matthias Eickhoff von der Initaitive SOFA (Sofortiger Atomausstieg) Münster.
„Der jahrelang kommunizierte Wunsch des Jülicher Forschungszentrums, einmal pro Woche zu fahren, hat sich schon jetzt als Luftblase erwiesen. Es ist immer noch nicht klar, ob die angekündigten Dreier-Konvois wirklich funktionieren – zusammen bringen sie fast 400 Tonnen auf die Waage. So werden sie manche Brücken nur einzeln queren können – ein erheblicher Belastungstest für die marode Straßen-Infrastruktur von NRW – mit ungewissem Ausgang,“ ergänzte Jens Dütting vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen.
„Wir sind tief enttäuscht von der Bundes- und NRW-Landesregierung. Wir kämpfen seit 16 Jahren gegen diese verantwortungslosen Atommüll-Pläne. Doch zu keinem Zeitpunkt wurde eine konstruktive Lösung gesucht, um die hochgefährlichen Atommülltransporte über die Autobahnen von NRW zu verhindern. Und im Hintergrund wartet schon Markus Söder mit seinem atomwaffenfähig hochangereichertem Atommüll aus dem Forschungsreaktor Garching. Ohne Klärung der Endlagerfrage sind Atommülltransporte nach Ahaus eine Reise ohne Ziel. Hochradioaktiver Atommüll gehört nicht auf die Autobahn und Polizei-Konvois sind keine Atommüllentsorgung, sondern reine Show. Wir werden deshalb weiterhin gegen die Castor-Transporte entschlossen und anhaltend auf die Straße gehen“, erklärten Marita Boslar vom Aktionsbündnis „Stop Westcastor“ Jülich und Heiner Möllers von der BI „Kein Atommüll in Ahaus“ gemeinsam.
Nach bisherigem Kenntnisstand gehen die Anti-Atomkraft-Initiaven davon aus, dass wenige Tage vor Pfingsten Mitte Mai der nächste Castor-Transport von Jülich nach Ahaus fahren soll. Die Initiativen sind aber auch darauf eingestellt, kurzfristig Proteste zu organisieren.
Panne bei Castor-Transporten sorgt für Verzögerung
- Stromversorgung für Castor-LKW war defekt
- Anti-Atomkraft-Initiativen fordern Aufklärung
Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“
Aktionsbündnis „Stop Westcastor“ Jülich
Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen
SOFA (Sofortiger Atomausstieg) Münster
BUND NRW
Pressemitteilung, Jülich/Bottrop/Ahaus, 22. April 2026
„Polizei-Konvois auf Autobahn sind keine Atommüllentsorgung“
Mit großer Sorge reagieren die Anti-Atomkraft-Initiativen in Jülich und im Münsterland auf die technische Panne am Castor-LKW, die gestern Abend in Jülich die Abfahrt des Atommüll-Konvois um rund 90 Minuten verzögerte. Nach Angaben der federführenden Jülicher Entsorgungsgesellschaft für Nuklearanlagen (JEN) gegenüber dem WDR gab es ein technisches Problem mit der Stromversorgung des Castor-LKWs. Die Anti-Atomkraft-Initiativen verlangen nun von der NRW- Landesregierung Aufklärung über diesen sicherheitsrelevanten Vorfall.
„Was genau war an dem Castor-LKW defekt? Wer hat den Schaden am späten Abend tatsächlich behoben? Warum wurde nicht bis Tagesanbruch gewartet, um eine gründliche Untersuchung durchzuführen? Wer hat die nächtliche Reparatur im Freien letztlich abgenommen – der TÜV, eine Vertragswerkstatt oder einfach nur der Transporteur Orano? Was wäre passiert, wenn der Schaden auf der Autobahn erneut aufgetreten wäre – hätte der Castor-Transport dann mitten auf der Autobahn stehen bleiben müssen? Wer hat letztlich grünes Licht für die Abfahrt aus Jülich kurz vor Mitternacht gegeben – das NRW-Wirtschaftsministerium, die Polizei oder die JEN? Gab es politischen Druck von der JEN, aus Düsseldorf oder aus Berlin, dass der Castor-Transport unbedingt noch in der Nacht stattzufinden habe? Es gibt viele Fragen, für die wir aus dem für die Atomaufsicht zuständigen NRW- Wirtschaftsministerium nun klare, ausführliche und rasche Antworten erwarten,“ so Marita Boslar vom Aktionsbündnis „Stop Westcastor“ Jülich und Heiner Möllers von der Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“ in einer gemeinsamen Stellungnahme.
Die Initiativen erinnern daran, dass schon der Anschluss des ersten Castors an die Behälter-Überwachung im Zwischenlager Ahaus Ende März eine Woche gedauert hat, weil sich laut Betreiberin BGZ „die Abläufe noch einspielen“ müssten. Dabei hatte die BGZ immer betont, man habe mit genau diesem Castor-Typ besonders viel Erfahrung in Ahaus. Und Ende 2023 kam es bei einem Probetransport zu einer ungewöhnlichen Panne: Damals verlor der noch unbeladene Castor-LKW laut NRW-Innenministerium „den Sichtkontakt“ zur vorausfahrenden Polizeikolonne und bog deshalb im Autobahnkreuz Kaiserberg falsch ab. Danach brauchte die NRW- Landesregierung sieben Monate, um diese peinliche Panne einzugestehen. Die Initiativen erwarten nun, dass die Landesregierung wesentlich schneller für Aufklärung sorgt.
Auch beim zweiten Castor-Transport hat sich gezeigt, dass die 152 Castor-Behälter mit den knapp 300.000 hochradioaktiven Brennelementkugeln aus Jülich nur unter massivem Polizeieinsatz über die Autobahnen transportiert werden können. Es sind jeweils Tausende Polizisten im Einsatz und es verwundert deshalb nicht, dass die Kosten für die beiden bisherigen Polizeieinsätze bislang von der NRW-Landesregierung geheim gehalten werden. Doch noch immer stehen 150 Castor-Behälter in Jülich – und in diesem Tempo wird die Verlagerung selbst in Dreier-Konvois nicht vor 2030 abgeschlossen sein, obwohl die Transportgenehmigung nur bis Mitte nächsten Jahres gültig ist. Aber auch die Lagergenehmigung im Zwischenlager Ahaus gilt nur bis 2036. Danach tut sich bis zur Errichtung eines Endlagers eine jahrzehntelange, bislang völlig genehmigungslose Lücke bei der Atommüllentsorgung in NRW auf.
„Eines ist sicher: Endlose Polizei-Konvois auf der Autobahn sind keine Atommüllentsorgung. Mit massivem personellen und technischen Aufwand täuschen die Bundesregierung und die NRW-Landesregierung vor, dass sich in der Atommüll-Entsorgung etwas bewegt. Doch real tut sich nichts. Und leider kümmert sich NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst eher um die olympischen Höhen für Rhein und Ruhr, aber nicht um die drängenden Basis-Fragen rund um die Zukunft des Atommülls in NRW. Bund und Land haben hier bislang politisch komplett versagt,“ ergänzte Matthias Eickhoff vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen.
Am Abend und in der Nacht kam es in Jülich, Bottrop und Ahaus wieder zu mehreren Protestaktionen. In Ahaus demonstrierten 230 Menschen und formten ein menschliches „X“. Eine Mahnwache harrte vor dem Zwischenlager bis zur Ankunft des Castors gegen 3.30 Uhr aus. In Bottrop konnten Atomkraftgegner:innen letztlich gegen 2.20 Uhr gut sichtbar ihren Protest an der A2 deutlich machen. Und die Präsenz der Mahnwache vor dem Forschungszentrum Jülich hat dazu beigetragen, dass die JEN ihre Panne am Castor-LKW gegenüber der Presse eingestehen musste. Diese öffentliche „Kontrolle“ vor Ort ist enorm wichtig.
Proteste gegen Castor-Transporte werden fortgesetzt
„Wir werden unsere Proteste fortsetzen. Denn wir sehen unsere Befürchtung bestätigt, dass die Verlagerung des hochradioaktiven Atommülls von Jülich nach Ahaus ein jahrelanges, völlig sinnfreies und gefährliches Unterfangen ist, das erhebliche Polizeikräfte in NRW auf Jahre hinaus bindet, aber keinen Sicherheitsgewinn bringt. Außerdem werden wir auch weiter konsequent gegen jede Einschränkung im Versammlungsrecht ankämpfen – es darf für die Castor-Transporte in NRW keine Sonderregelungen geben,“ so Hanna Poddig von der Initiative SOFA (Sofortiger Atomausstieg) Münster.
Tag X2: Castor-Transport Jülich−Ahaus am 21.4.
Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“
Aktionsbündnis „Stop Westcastor“ Jülich
Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen
SOFA (Sofortiger Atomausstieg) Münster
Pressemitteilung, Jülich/Bottrop/Ahaus, 20. April 2026
Protest-Aktionen in Jülich, Bottrop & Ahaus
Demo in Ahaus auf Castor-Transportroute
- 18.00 Uhr: Dauer-Kundgebung vor Forschungszentrum Jülich
- 18.00 Uhr: Auftakt-Kundgebung in Ahaus am Rathaus, anschließend Demo
- circa 19.00 Uhr: symbolische Blockade auf Transportroute in Ahaus
- circa 20.00 Uhr: nächtliche Dauer-Mahnwache vor Zwischenlager Ahaus
- 20.30 Uhr: Mahnwache in Bottrop Fernewaldstraße/Oberhausener Straße
Sollten Polizei und die Jülicher Entsorgungsgesellschaft für Nuklearanlagen (JEN) keinen Rückzieher machen, gehen Anti-Atomkraft-Initiativen in NRW davon aus, dass der zweite Castor-Transport von Jülich nach Ahaus am Dienstag, 21.4.2026, stattfindet. In Jülich, Bottrop und Ahaus sind nun neue Proteste vorbereitet und bei der Polizei angemeldet.
In Jülich findet wieder ab 18 Uhr eine Dauer-Mahnwache vor dem Forschungszentrum Jülich statt, die genaue Adresse lautet: Ecke Wilhem-Johnen-Straße/Stetternicher Staatsforst Straße. Hier rechnen die Initiativen wieder mit Einschränkungen bei der Anreise, bisher blieben Anfragen an die Rurtalbahn zum Ausfall des Haltepunktes „Forschungszentrum“ unbeantwortet. Marita Boslar vom Aktionsbündnis „Stop Westcastor“ Jülich macht deutlich: „Es handelt sich um eine angemeldete Mahnwache, die Polizei muss also den Zugang im Rahmen des Grundrechtes auf Versammlungsfreiheit gewähren – und das diesmal bitte ohne lange Umwege!“
In Ahaus gibt es um 18 Uhr eine Auftaktkundgebung vor dem Rathaus mit anschließender Demonstration zur Transportstrecke an der Kreuzung Schöppinger Straße/Schorlemer Straße. Hier hat die Polizei inzwischen einer symbolischen Blockade in Form eines aus Menschen gebildeten, großen X auf der Transportroute zugestimmt. Ebenso darf anschließend ein Demonstrationszug über die Transportroute der Schöppinger Straße zum Ahauser Atommülllager ziehen. Dort findet wieder eine Mahnwache statt, bis der Castor das Zwischenlager erreicht. „Uns ist wichtig, unseren Protest auch dort kundzutun, wo das Atommüll-Dilemma sichtbar wird“, so Heiner Möllers von der Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“. „Hier wird jahrelang Atommüll von A nach B gekarrt und Herr Spahn faselt davon, im Abbau befindliche AKW wieder in Betrieb zu nehmen – so einen Unfug nehmen wir nicht hin!“
In Bottrop haben Aktivist_innen ab 20.30 Uhr eine Mahnwache an der Kreuzung Fernewaldstraße/Oberhausener Straße angemeldet. Wenn der Castor in Jülich losfährt, soll die Mahnwache mit leuchtenden Xen auf die beiden Autobahnbrücken über die A2 verlagert werden. „Wir haben die Aktion bei der Polizei angemeldet, sollte es Auflagen geben, mit denen kein Protest in Castor-Sichtweite möglich ist, scheuen wir uns nicht, vor dem Verwaltungsgericht zu klagen“, erklärt Hanna Poddig von der Initiative Sofa Münster.
„Unverzügliche Räumung“ des Zwischenlagers Jülich eine Farce
Angesichts des polizeilichen Aufwands, der Probleme mit der maroden Infrastruktur und der Terrorgefahr wird die Ahaus-Option nach Ansicht der Anti-Atom-Initiativen zur Farce: „Nach zwölf Jahren Vorbereitung und einer bisherigen Transportgeschwindigkeit von einem Castor pro Monat ist die behördlich angeordnete `unverzügliche Räumung` des Jülicher Zwischenlagers eine Farce. Dies zeigt, dass es nicht um einen sinnvollen Umgang mit dem Atommüll geht“; sind sich die Vertreter_innen der Anti-Atomkraft-Initiativen einig.
Zweiter Castor-Transport Jülich−Ahaus vermutlich am 21. April
Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“
Aktionsbündnis „Stop Westcastor“ Jülich
Arbeitskreis Umwelt (AKU) Gronau
Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen
SOFA (Sofortiger Atomausstieg) Münster
Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU)
Pressemitteilung, Jülich/Ahaus, 15. April 2026
- Brief an Landesregierung:
- Initiativen fordern Antworten auf offene Sicherheitsfragen und eingeschränktes Versammlungsrecht bei erstem Transport
- Proteste beim Castor-Transport am Tag X2:
- 18 Uhr: Dauer-Kundgebung vor Forschungszentrum Jülich
- 18 Uhr: Demo in Ahaus vom Rathaus zur Transportstrecke
- circa 19:30 Uhr symbolische Sitzblockade an Transportstrecke in Ahaus
- ab 20 Uhr: Nächtliche Dauer-Mahnwache vor Zwischenlager Ahaus

Die Anti-Atomkraft-Initiativen in NRW haben erste Hinweise, dass der zweite Castor-Transport von Jülich nach Ahaus am Dienstag, 21.4.2026, stattfinden soll. Deshalb bereiten sie neue Proteste vor und wenden sich an die Politik: In einem vierseitigen Brief fordern sie von der NRW-Landesregierung Aufklärung über Unstimmigkeiten beim ersten Castor-Transport mit hochradioaktivem Atommüll von Jülich nach Ahaus. Sie fordern deshalb den Stopp weiterer Castor-Transporte.
So wurden die im letzten Jahr von der Genehmigungsbehörde BASE angekündigten Sicherheitsmaßnahmen nicht oder nur lückenhaft umgesetzt. Die Polizei bestätigte in der Berichterstattung in- direkt, dass einige Streckenabschnitte marode sind.
Außerdem schränkte die Polizei den Zugang zu angemeldeten Versammlungen sowie die Bewegungsfreiheit von Anwohner_innen und Arbeitnehmer_innen in Jülich und Ahaus deutlich ein.
„Insgesamt hat sich beim ersten Castor-Transport für uns gezeigt, dass diese Atommüllverschiebung nach Ahaus mit diesem polizeilichen Aufwand und Grundrechtseinschränkungen sowie den Risiken und offenen Fragen, keine Perspektive für die angekündigte `Entsorgung` von Atommüll aus Jülich, Garching, Berlin oder Mainz sein kann!“, so die Anti-Atomkraft-Initiativen in dem Brief.
Neue Demo-Route in Ahaus soll Zugang zu Versammlung ermöglichen
Für die Teilnahme an den Mahnwachen vor dem Forschungszentrum in Jülich und dem Zwischenlager in Ahaus mussten weite Umwege in Kauf genommen werden. Einige Teilnehmer_innen hatten trotz verschiedener Umwege keinen Zugang zu den Versammlungen. Die Haltestelle „Forschungszentrum” der Ruhrtalbahn in Jülich wurde ohne Vorankündigung nicht bedient. Das Angebot der Versammlungsleitung der 18-Uhr-Demo in Ahaus, als geordneter Demonstrationszug zur Mahnwache am Zwischenlager zu ziehen, wurde von der Einsatzleitung mehrfach abgelehnt.
Um diesen Einschränkungen entgegenzuwirken, hat die Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“ (BI) den nächsten Castor-Transport eine Kundgebung um 18 Uhr am Rathaus sowie einen Demonstrationszug vom Rathaus zur Transportstrecke an der Kreuzung Schöppinger Straße/ Schumacherring angemeldet.
Gegen 19.30 Uhr findet dort eine symbolische Sitzblockade statt. Anschließend ziehen die Teilnehmer_innen als angemeldete Demonstration weiter zur Dauer-Mahnwache am Zwischenlager Ahaus.
„Damit fällt auch der Weg zur Mahnwache unter das Versammlungsgesetz, ist ordnungsgemäß angemeldet und die Polizei kann sich darauf entsprechend einstellen. Was 2005 möglich war, muss auch 2026 machbar sein“, so Heiner Möllers von der BI Ahaus.
Ausweichrouten und Streckenkontrollen angekündigt, aber nicht umgesetzt
Die Anti-Atomkraft-Initiativen sind verärgert und besorgt darüber, dass die vom BASE angekündigten Sicherheitsmaßnahmen beim ersten Castor-Transport nicht umgesetzt wurden. In einer Videokonferenz mit Vertretern der BI und der Stadt Ahaus hatte das BASE im vergangenen Jahr Kontrollen der Transportstrecke vor jedem Transport angekündigt. Laut Frau Kallenbach- Herbert von der Jülicher Entsorgungsgesellschaft (JEN) stehen diese nicht vor und nach jedem Castor-Transport auf dem Plan. Offenbar fanden sie auch nicht statt. Dabei wiegt jeder Castor- Transport 130 Tonnen. Die Polizei hatte gegenüber der Presse angegeben, dass sie wegen Bedenken bei einigen Brücken zunächst nur mit einem Castor-LKW fahren werde.
Ebenso hatte das BASE angekündigt, dass es Ausweichrouten geben müsse. Die Drohen- Verbotszone sah jedoch lediglich eine Ausweichroute rund um Mönchengladbach vor. Wie die BI am Transport-Tag feststellte, war einer der beiden umgebauten Kreisverkehre zwischen Autobahn und Zwischenlager in Ahaus bereits wieder abgesackt.
„Beim ersten Castor wurde unser Protest offenbar als größeres Problem angesehen als die marode Infrastruktur“, zeigt sich Marita Boslar vom Aktionsbündnis „Stop Westcastor“ Jülich wütend. „Genau wie bei der Endlagersuche geht unser Vertrauen in die Behörden und die Atompolitik hier gegen null! Deswegen wird es auch beim zweiten Castor-Transport ab 18 Uhr eine Mahnwache vor dem Forschungszentrum in Jülich geben!“
Brief der Anti-Atomkraft-Initiativen an die Landesregierung (PDF)
Lesenswertes
Stellungnahmen & Infos

- "Brandbrief 2.0" an den Ministerpräsidenten des Landes NRW H. Wüst und Ministerin M. Neubaur vom 28. August 2025
- Stellungnahme der BI “Kein Atommüll in Ahaus” zur geplanten Langzeit-Lagerung von hochradioaktiven Brennelementen in Ahaus
- Was geschieht mit den Kugel-Brennelementen aus dem stillgelegten AVR Jülich? Der aktuelle Sachstand (21.03.2025)
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Infos zum Tag X2: Castor-Transport Jülich−Ahaus am 21.4.

Unabhängige Information zur Kritik der Atomenergienutzung: umweltFAIRaendern.de
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https://www.ausgestrahlt.de/aktiv-werden/aktionen/atommuell-transporte-stoppen/
Atommüll-Transporte stoppen: Petition von ausgestrahlt.de gegen Atommüll-Transporte von Jülich nach Ahaus
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