19. März, 18 Uhr: Mahnwache vor BGZ-Infoabend im Rathaus Ahaus
„Verantwortliche Minister kneifen und haben Angst vor Bevölkerung“

Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“
Aktionsbündnis „Stop Westcastor“ Jülich
Arbeitskreis Umwelt (AKU) Gronau
Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen
SOFA (Sofortiger Atomausstieg) Münster
BUND NRW
Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU)

Pressemitteilung, Jülich/Ahaus, 16. März 2026

Castor-Tag X1

  • 18 Uhr: Dauer-Kundgebung vor Forschungszentrum Jülich
  • 18 Uhr: Demo in Ahaus vom Bahnhof zum Rathaus
  • 20 Uhr: Nächtliche Dauer-Mahnwache vor Zwischenlager Ahaus

Mit einem Aktionsfahrplan bereiten sich die Anti-Atomkraft-Initiativen und Umweltverbände auf die Proteste zum ersten Castor-Transport mit hochradioaktivem Atommüll von Jülich über 170 Autobahn-Kilometer nach Ahaus vor. Auftakt der Proteste ist am jetzigen Donnerstag, 19. März, um 18 Uhr mit einer Mahnwache vor dem Rathaus in Ahaus. Dort wollen ab 19 Uhr die Vertreter der Atommüll-Behörden und bundeseigenen Zwischenlager-Verwalter die Ahauser Bevölkerung in einer öffentlichen Veranstaltung zu den anstehenden Castor-Transporten informieren. Die Anti-Atomkraft-Initiativen kritisieren scharf, dass die verantwortlichen Minister aus Berlin und Düsseldorf nicht anwesend sind und die Arbeit an untergeordnete Ebenen delegieren.

Konkret befürchten die Anti-Atomkraft-Initiativen noch vor Beginn der NRW- Osterferien den ersten von insgesamt bis zu 152 Castor-Transporten mit hochradioaktivem Atommüll aus dem Forschungszentrum Jülich über 170 Autobahn- Kilometer ins Zwischenlager Ahaus. Am Transporttag wird es um 18 Uhr jeweils eine Kundgebung vor dem Forschungszentrum Jülich geben sowie eine Demo ab Bahnhof Ahaus in die Innenstadt. Ab 20 Uhr ist eine nächtliche Atommüll-Dauermahnwache vor dem Zwischenlager in Ahaus-Ammeln angemeldet.

„Wir sind tief enttäuscht von der Bundes- und NRW-Landesregierung. Wir kämpfen schon seit 16 Jahren gegen diese verantwortungslosen Atommüll-Pläne. Doch zu keinem Zeitpunkt wurde eine konstruktive Lösung gesucht, um die hochgefährlichen Atommülltransporte über die Autobahnen von NRW zu verhindern. Anstatt in Jülich für die 152 Castoren ein neues, möglichst sicheres Zwischenlager zu bauen, fürchten wir eine Dauerlagerung in der Lagerhalle in Ahaus, deren Genehmigung auch schon 2036 ausläuft. Und im Hintergrund wartet schon Markus Söder mit seinem atomwaffenfähig hochangereichertem Uran aus dem Forschungsreaktor Garching. Ohne Klärung der Endlagerfrage sind Atommülltransporte nach Ahaus eine Reise ohne Ziel. Hochradioaktiver Atommüll gehört nicht auf die Autobahn. Wir werden deshalb gegen die Castor-Transporte entschlossen und anhaltend auf die Straße gehen“, erklärten Marita Boslar vom Aktionsbündnis „Stop Westcastor“ Jülich und Heiner Möllers von der BI „Kein Atommüll in Ahaus“ gemeinsam.

„Dass sich weder Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) und Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD), dem die Jülicher JEN untersteht, noch NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) oder NRW-Atomministerin Mona Neubaur (Grüne) in Ahaus den Fragen und berechtigten Sorgen der Bevölkerung persönlich stellen, ist eine Bankrotterklärung der Politik. Immer wieder wird der Vertrauensverlust in „die Politik“ beklagt, doch dann müssten am Donnerstag in Ahaus die vier verantwortlichen Minister:innen in Ahaus auf dem Podium sitzen – und nicht die nachgeordneten Behörden. Bei der Gelegenheit könnten sie dann auch erstmals in 16 Jahren auf höchster Ebene persönlich über eine politische Lösung der Atommüll-Frage sprechen – noch ist es nicht zu spät“, ergänzte Jens Dütting vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen.

Die Anti-Atomkraft-Initiativen gehen von einem sehr kurzfristigen Bekanntwerden des Transporttermins für den ersten Castor aus.

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