- Schwarzes Castor-Loch für NRW- Landeshaushalt?
- Gescheiterte Bündelung erhöht Kosten drastisch
- Polizei reagiert mit weniger Sicherung

Nach dem fünften Castor-Einzeltransport vom Forschungszentrum Jülich zum Zwischenlager Ahaus in der gestrigen Nacht droht heute Abend schon der sechste. Anti- Atomkraft-Initiativen rufen in Jülich und Ahaus auch für heute Abend wieder zu Protesten auf. Um 19 Uhr beginnt eine Mahnwache vor dem Forschungszentrum Jülich, um 20 Uhr in Ahaus an der zentralen Castor-Kreuzung Schorlemer Str./Schumacher-Ring.

Zugleich gehen die Anti-Atomkraft-Initiativen davon aus, dass sich die Polizeikosten durch die gescheiterte Bündelung der Transporte drastisch erhöhen werden. Sie fürchten, dass sich damit für den NRW-Landeshaushalt ein bisher unbeziffertes schwarzes Castor-Loch auftut. In einem Schreiben vom 16. Juni an die Initiativen hatte sich die Landesregierung geweigert, die Kosten für die bisherigen Polizeieinsätze offenzulegen. Das lässt Schlimmes befürchten, zumal die Landesregierung mitteilte, die polizeilichen Kosten ganz alleine – ohne Beteiligung des Bundes – tragen zu müssen.

Bislang wurden Einsätze mit 1000 bis 2400 Beamten durchgeführt, begleitet von einem großen technischen Support-Konvoi am Boden und in der Luft. Das ist ein enormer Sicherungsaufwand. In der gestrigen Nacht waren allerdings erneut zahlreiche Autobahnbrücken ungesichert, sodass zu befürchten steht, dass die Landesregierung nunmehr ausgerechnet an der polizeilichen Sicherung sparen wird.

„Dass sich die NRW-Landesregierung weigert, die Kosten für die Polizei-Einsätze offenzulegen, lässt vermuten, dass die Castor-Transporte viel teurer werden als bislang angenommen. Insbesondere die gescheiterte Bündelung in Dreier-Konvois dürfte die Landeskasse in den kommenden Jahren spürbar belasten. Und dass NRW die Polizeieinsätze alleine bezahlen muss, zeigt, dass sich das Land vom Auftraggeber im Bund einfach hat übers Ohr hauen lassen. Die ganze Verschiebeoperation für den hochradioaktiven Atommüll von Jülich nach Ahaus ist ein Fass ohne Boden. Die Polizei NRW wird auf Jahre hinaus andere Aufgaben liegen lassen müssen, um nachts sinnlos den Atommüll in 152 Einzelfahrten von einem Zwischenlager in ein anderes bringen zu müssen – und dabei ständig das Risiko von Unfällen oder Anschlägen im Nacken haben. Deshalb ist weniger Sicherung keine Option. Wir fordern dringend Aufklärung, was da auf NRW wirklich zukommt und wie teuer das Ganze wird. Atommülltransporte über die Autobahn lösen nicht die Entsorgungsfrage,“ erklärte Peter Bastian vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen.

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