Demo gegen die Militarisierung der Urananreicherung in Gronau

Kategorie
Veranstaltungen anderer Bürgerinitiativen
Datum
Sonntag, 2. August 2026
Veranstaltungsort
Urananreicherungsanlage Gronau, 4, Röntgenstraße, Bauverein, Gronau, Kreis Borken, Nordrhein-Westfalen
48599, Deutschland

SOFA Münster ruft zur Teilnahme an der Demo gegen die Militarisierung der Urananreicherung in Gronau am Sonntag, 2. August.

Start ist für Radler:innen um 12 Uhr mit einer Raddemo am Bhf. Gronau, für alle dann um 13 Uhr die Kundgebung vor dem Haupttor der Urananreicherungsanlage Gronau, Ecke Röntgenstr./Max-Planck-Str. Wer mag, kann dann ab 14 Uhr am traditionellen Sonntagsspaziergang an der UAA teilnehmen.

Worum geht es?

Die Urananreicherung gilt allgemein als der einfachste Weg zur Atombombe. Die in Gronau und anderswo genutzte Zentrifugentechnologie reichert Uran im Allgemeinen zur Verwendung in Brennstäben für kommerzielle, zivile Reaktoren an. Doch die Technologie kann auch zur Hochanreicherung für den Bau von Atombomben genutzt werden. Genau für diesen Zweck wurde die Zentrifugentechnologie nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelt. Aus diesem Grund ist sie so gefährlich - und die Atomprogramme in Pakistan und dem Iran basieren z. B. auf genau dieser Art von Urananreicherung.

In Gronau, Almelo/NL, Capenhurst/GB und Eunice/USA ist der deutsch-niederländisch-britische Urananreicherer Urenco tätig. Das deutsche Drittel der Anteile gehört gemeinsam RWE und E.ON. Die politische Aufsicht über diese brisante Technologie wird gemeinsam von den Regierungen in Berlin, Den Haag und London ausgeübt.

In Gronau wird nicht nur Uran angereichert, die Urenco-Tochter UTD forscht z. B. auch an neuen Reaktorbrennstoffen - also z. B. für neue Modulreaktoren. In Jülich, direkt neben dem Forschungszentrum, sitzt zudem die Urenco-Tochter ETC (ein Joint Venture von Urenco und der französischen Orano), die die Uranzentrifugen weiterentwickelt und baut. NRW ist also ein internationaler Hotspot für die Urananreicherung und die dahinterstehende Hochrisiko-Uranzentrifugentechnologie.

Das alles sollte immer ganz zivil sein - doch nun hat die britische Regierung ganz offiziell beantragt, dass Urenco in GB Zulieferer für das dortige militärische Atomprogramm wird. Was genau geplant ist, ist noch unklar. Aber realistisch sind angereichertes Uran für den Betrieb (neuer) Atom-U-Boote, die GB bauen will. Auch die direkte Anreicherung für (neue) Atomsprengköpfe ist möglich - oder aber der Einsatz in Reaktoren, die Tritium für diese Atomsprengköpfe produzieren. In jedem Fall wäre dies das Ende des Märchens von der zivilen Urananreicherung - und RWE, E.ON und die Bundesregierung sind als Anteilseigner und Aufseher dabei, obwohl sie ein Veto einlegen könnten!

Deshalb wollen wir am 2. August, wenige Tage vor dem Jahrestag der verheerenden Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki, in Gronau ein klares Zeichen setzen gegen diese brandgefährliche Militarisierung der Urananreicherung und die deutsche Beteiligung daran. Wir fordern stattdessen die sofortige Stilllegung der Urananreicherungsanlagen in Gronau und Almelo sowie der Brennelementefabrik im benachbarten Lingen.

 
 

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  • Sonntag, 2. August 2026
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