Quicklink: Lesenswertes, Veranstaltungen & Aktionen
Wird das Endlager für hochradioaktiven Müll im Münsterland errichtet?
„Fachkonferenz Teilgebiet Münsterland“ will sich einmischen
In einem ersten Schritt im Prozess der „Endlagersuche“ hat die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) große Teile des Münsterlandes sowie angrenzende Gebiete in Ostwestfalen und im südlichen Niedersachsen als potenzielle Standortregion ausgewiesen. Die Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“ hat deshalb jetzt eine erste Online- „Fachkonferenz Teilgebiet Münsterland“ durchgeführt, zu der alle Interessierten eingeladen waren.
Ziel der Konferenz war, die staatlich beauftragten Akteure der Endlagersuche nicht unkontrolliert gewähren zu lassen, damit die Fehler der vergangenen 40 Jahre nicht wiederholt werden!
Eine solche kritische Begleitung durch alle betroffenen Bürger*innen soll sachfremde politische Erwägungen bei der Standortwahl, etwa das Prinzip des „geringsten Widerstandes“, ausschließen.
Teilgenommen haben an der Konferenz 35 Menschen aus allen Kreisen des Münsterlandes, aber auch aus dem Osnabrücker Raum und Ostwestfalen. Außer Mitgliedern von Bürgerinitiativen waren darunter auch Mitglieder von Bundestag, Gemeinde- und Stadträten, Gemeindeverwaltungen und einige Bürgermeister, aber auch Geologen.
Für die nächste Zeit wurden folgende Zielsetzungen der Fachkonferenz entwickelt:
- Kritische Fragestellungen zum Thema zu entwickeln und sich auszutauschen,
- Fachleute/Sachkundige zur Mitarbeit/Unterstützung zu gewinnen, vor allem aus dem Bereich der Geowissenschaften,
- Den Schutz unserer Trinkwassergewinnung und die möglichen Auswirkungen des Klimawandels in die Standortdiskussion miteinzubeziehen,
- Annahmen und Thesen der BGE einer kritischen Überprüfung zu unterziehen, um so theoretische Kriterien von technisch/wissenschaftlich gesicherten Erkenntnissen zu unterscheiden.
- die gesamten Überlegungen und Meinungsbildungsprozesse für die Öffentlichkeit transparent zu gestalten und alle Erkenntnisse dieser Konferenz und der Folgeveranstaltungen zu veröffentlichen.
- Weitere Interessierte für die Mitarbeit in der Fachkonferenz zu gewinnen.
- Erkenntnisse über Aktivitäten weiterer staatlicher und kommunaler Institutionen zum Thema Endlagersuche zu gewinnen und mit ihnen Kontakt aufzunehmen.
Die nächste Videokonferenz ist für Mitte Januar geplant.
Gemeinsame Pressemitteilung zu den Plänen für einen Wiedereinstieg in den Neubau von Atomkraftwerken
- Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen
- Arbeitskreis Umwelt (AKU) Gronau
- Arbeitskreis Umwelt (AKU) Schüttorf
- Bürgerinitiative "Kein Atomüll in Ahaus"
- SOFA (Sofortiger Atomausstieg) Münster
- Bündnis AgiEL – AtomkraftgegnerInnen im Emsland
- Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg
- AntiAtom Bonn
- Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU)
- IPPNW – Internationale Ärzte zur Verhütung des Atomkriegs/Ärzte in sozialer Verantwortung
Gronau, Münster, Lingen, Bonn, Berlin, 10. November 2020
RWE und EON vor Wiedereinstieg in AKW-Bau:
- Beteiligung via Urenco an AKW-Plänen in England
- Pläne für Modulreaktoren in den Niederlanden
Bundesregierung stimmt Urenco-Plänen trotz Atomausstieg zu
RWE und EON planen über ihre Beteiligung am Urananreicherer Urenco einen Wiedereinstieg in den Neubau von Atomkraftwerken. Konkret geht es nach einer Meldung von Urenco vom 28. Oktober um den Einstieg Urencos in ein Konsortium unter der Führung von EDF Energy zum Bau des geplanten Atomkraftwerks Sizewell C an der englischen Nordsee-Küste. In den Niederlanden plant Urenco nach einem Bericht der niederländischen Zeitung Tubantia vom 4. November den Bau eines sog. Modulreaktors mit bis zu 300 MW Leistung. Ende September hatte die niederländische Regierung allgemein angekündigt, neue AKW bauen zu wollen. Darauf reagieren jetzt Urenco, RWE und EON. Einer von drei benannten AKW-Standorten ist Eemshaven an der Nordsee, unmittelbar gegenüber von Borkum. Der dortige Bürgermeister kündigte bereits rechtliche Schritte an.
Für alle AKW-Baupläne von Urenco besitzt die Bundesregierung aufgrund internationaler Verträge die Aufsichtspflicht und damit verbunden ein Veto-Recht. RWE und EON besitzen ein Drittel der Anteile am Urananreicherer Urenco, die zwei anderen Drittel gehören dem britischen und dem niederländischen Staat.
Anti-Atomkraft-Initiativen sind von den AKW-Plänen entsetzt und fordern von Urenco, RWE und EON den sofortigen Abbruch dieser Planungen sowie ein Veto der Bundesregierung. Die Anti-Atomkraft-Initiativen kündigen zudem entschlossene Proteste an.
"Noch vor wenigen Tagen sprach das Bundesumweltministerium während des Castor-Transports stolz vom Atomausstieg in Deutschland. Doch nun steigen die beiden Großkonzerne RWE und EON wieder mit Vollgas in die Atomenergie ein und beteiligen sich über ihr Tochter-Unternehmen Urenco an zwei AKW-Neubauprojekten in Großbritannien und in den Niederlanden – und das zum Teil unmittelbar an der Grenze zu Deutschland. Wir sind fassungslos, dass die Auseinandersetzung um die Atomenergie zehn Jahre nach Fukushima von vorne beginnt," so Matthias Eickhoff vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen.
"RWE und EON haben aus Reaktorkatastrophen nichts gelernt"
"Vor Fukushima wollten RWE und EON noch gemeinsam vier Atomkraftwerke in Großbritannien bauen. Diese Pläne wurden nach Fukushima auf Eis gelegt. Doch die Untoten der Atomindustrie stehen nun wieder auf – RWE und EON haben aus der Geschichte und den Reaktorkatastrophen von Tschernobyl und Fukushima nichts gelernt. Als Konsequenz sollten die verbliebenen Atomreaktoren in Deutschland sowie die Urananreicherungsanlage in Gronau und die Brennelementefabrik in Lingen umgehend stillgelegt werden, damit der Atomausstieg in Deutschland nicht weiter torpediert wird," erklärte Kerstin Rudek von der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg.
„Gerade die britische Regierung betreibt ihre Atompläne unter dem Deckmantel der „klimaneutralen Atomkraft“ letztlich auch für das eigene Atomwaffenprogramm. RWE und EON sitzen hier als Urenco-Anteilseigner mit im Boot. Die Bundesregierung muss ihre Aufsichtspflicht und ihr Veto-Recht über Urenco wahrnehmen. Es darf weder direkt noch indirekt eine Unterstützung des britischen Atomwaffenprogramms geben“, fordert Dr. med. Angelika Claußen, Europavorsitzende der IPPNW (Internationale Ärzte zur Verhütung des Atomkriegs/Ärzte in sozialer Verantwortung).
Hintergründe zu Urenco:
Urenco ist ein britisch-niederländisch-deutscher Uranreicherer, der zu je einem Drittel dem britischen und niederländischen Staat gehört. Das deutsche Drittel teilen sich RWE und EON. Urenco betreibt in Gronau/Westfalen, in Almelo/NL, in Capenhurst/UK sowie in Eunice/USA insgesamt vier Urananreicherungsanlagen und ist damit nach der russischen Rosatom der zweitgrößte Urananreicherer weltweit.
Eigene Atomkraftwerke betreibt Urenco bislang nicht. Seit mehr als zehn Jahren arbeitet Urenco jedoch an der Konstruktion von sog. Small Modular Reactors (SMR), die in diesem Jahrzehnt erstmals gebaut werden sollen. Gemäß einer Antwort der Bundesregierung im Bundestag vom 11. November 2019 werden dazu u. a. Dutzende Standorte in Großbritannien und Kanada untersucht (Bundestags-Drucksache 19/15023, s. unten).
Der Urenco-Gründungsvertrag von Almelo (1970) billigt den drei Regierungen in London, Den Haag und Berlin weitgehende Aufsichtspflichten und -rechte zu. Strategische Entscheidungen können bei Urenco nur im Einvernehmen zwischen allen Anteilseignern und Regierungen getroffen werden. Das bedeutet, dass sowohl RWE und EON, aber auch die Bundesregierung ein Veto-Recht für derartige Entscheidungen besitzen.
Ein Grund dafür ist, dass die Urananreicherung grundsätzlich immer zur Anreicherung von atomwaffenfähigem Uran geeignet ist und Urenco z. B. auch mit dem US-Pentagon über gemeinsame Projekte verhandelt. In Großbritannien unterstützt die zivile Atomenergienutzung ebenfalls das militärische Atomwaffenprogramm. Anti-Atomkraft-Initiativen kritisieren die fortschreitende Militarisierung der Urananreicherung schon seit Jahren.
Quellen:
https://www.urenco.com/news/global/urenco-joins-sizewell-c-consortium
Hintergründe zu den sog. Modulreaktoren von Urenco:
https://dserver.bundestag.de/btd/19/150/1915023.pdf
Hintergründe zu den AKW-Plänen in NL/Eemshaven:
Hintergründe zu den britischen AKW-Plänen:
Infos zu den AKW-Plänen von RWE/EON in GB bis 2012:
Weitere Informationen:
www.sofa-ms.de, www.bbu-online, www.ippnw.de, www.bi-luechow-dannenberg.de
Kontakte für Rückfragen:
Matthias Eickhoff (Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen): Tel. 0176-64699023
Kerstin Rudek (BI Umweltschutz Lüchow-Dannenberg): Tel. 05882-987435, 01590-2154831
Dr. Angelika Claussen (IPPNW): Tel. 0172-5882786
Udo Buchholz (AKU Gronau/BBU): Tel. 02562-23125
BI Ahaus sagt wegen der Corona-Epidemie Termine im November ab
Aufgrund der Corona-Epidemie und der damit verbundenen Einschränkungen wird die Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“ im Monat November keinen öffentlichen Stammtisch durchführen. Auch der monatliche Sonntagsspaziergang muss ausfallen.
Jedoch findet die von der Bürgerinitiative initiierte „Fachkonferenz Teilgebiete Münsterland“ wie geplant als Video-Konferenz am Dienstag, dem 10. November, um 19 Uhr statt. Anlass für diese Konferenz ist die Tatsache, dass große Teile des Münsterlandes als potenzielle Standortregion eines Endlagers für hochradioaktiven Atommüll benannt worden sind. Bei der Videokonferenz soll es darum gehen, wie sich möglichst früh Menschen aus unserer Region in die Debatte um die Endlagersuche einschalten und eine Kontrollfunktion ausüben können.
Interessierte können sich per E-Mail zu der Videokonferenz anmelden.
Die Adresse ist Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.
Die Konferenz wird mit freundlicher Unterstützung der Ahauser Firma Tobit durchgeführt werden.
Die Bürgerinitiative informiert über eine Terminänderung der BGE
Liebe Münsterländerinnen und liebe Münsterländer,
unter dem LINK der Bundesgesellschaft Endlagersuche finden Sie einen anderen Termin als teilweise in der Presse veröffentlicht!
(https://www.bge.de/de/endlagersuche/zwischenbericht-teilgebiete/008-02tg-204-02ig-t-f-kro/)
Online-Sprechstunde
Haben Sie Fragen zu diesem Teilgebiet? Die BGE bietet ab Ende Oktober 2020 für jedes Teilgebiet eine Online-Sprechstunde an, in der unsere Expert*innen Ihre Fragen beantworten. Die Sprechstunde wird live auf Youtube übertragen. Wir freuen uns, wenn Sie dabei sind.
- Termin: 5. November 2020, 18:00 Uhr
- Ort: Youtube-Kanal der BGE (externer Link direkt zur Online-Sprechstunde)
Ihre Fragen können Sie während des Livestreams direkt über die Chatfunktion bei Youtube stellen. Oder Sie schicken sie unter Angabe der Teilgebiete-Kennung vorab per Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.
Die BI ist verärgert, da der Termin zu wenig Zeit von der Veröffentlichung der Teilgebiete bis zur Fragestunde zulässt, und außerdem für jedes Teilgebiet nur eine Stunde für die Online-Sprechstunde vorgesehen ist.
Veranstaltungen
| ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Lesenswertes
Aktion: "Ahauser Erklärung"
Besuchen Sie die Website der "Ahauser Erklärung".
Die Unterschriftensammlung ist am 10. April abgeschlossen worden.
Die Listen sind am 24. August 2019 an die Bundesumweltministerin Schulze übergeben worden.
Redebeiträge auf der Anti-Atom-Demo in Ahaus am 09.03.2019
Hier finden Sie eine Sammlung der auf der Demo gehaltenen Reden:
Bürozeiten:
MI.: 17.00 - 18.00 Uhr
Spenden:
IBAN: DE35 4015 4530 0059 5640 21
BIC: WELADE3WXXX
Sparkasse Westmünsterland
Adresse:
Bahnhofstr. 27 - 48683 Ahaus
Postfach 1165 - 48661 Ahaus
Standort in Google Maps anzeigen
Telefon: 02561 / 961791
mail@bi-ahaus.de
Impressum / Datenschutz
Links
facebook.com/biahaus
Facebook-Präsenz der BI Ahaus
bewegung.taz.de -
Plattform für Veränderung

https://www.kirchentag.de/
Website des Deutschen Evangelischen Kirchentages in Dortmund, 19. - 23. Juni 2019
Petition "Urananreicherung beenden - Atomwaffen ächten"
Urananreicherung ist zivil wie friedenspolitisch extrem gefährlich. Aktuell verwischt die Trennlinie zwischen ziviler und militärischer Urananreicherung immer stärker. Das ist eine bedrohliche Entwicklung. Dabei spielen auch die Bundesregierung und die NRW-Landesregierung eine unverantwortliche Rolle: Unter ihrer Aufsicht und mit ihren Genehmigungen läuft im westfälischen Gronau eine international bedeutende Urananreicherungsanlage. Im rheinischen Jülich werden dafür die notwendigen Uran-Zentrifugen erforscht und entwickelt – und der Bau ganzer Urananreicherungs-anlagen (z. B. in den USA) vorbereitet. Der Erhalt und Ausbau der Urananreicherung trägt in Deutschland und weltweit zur unverantwortlichen Fortsetzung der Atomenergienutzung sowie zum neuerlich angeheizten nuklearen Wettrüsten bei.
mehr ...
Bitte unterzeichnen auch Sie die Petition.
Aktion "Kein Spiel mit der Bombe, Herr Söder!"
Bitte unterzeichnen auch Sie die Petition und unterstützen Sie das Umweltinstitut München in seinen Bemühungen!



