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An die
Ministerpräsidentin
des Landes Nordrhein-Westfalen
Stadttor 1
40219 Düsseldorf

Ahaus, den 17. Juli 2012

Betr.: Verbleib der Brennelemente aus dem stillgelegten AVR in Jülich
Bezug: Pressemeldungen vom 6./7.7.12 über eine mögliche Verbringung der BE in die USA

 

Sehr geehrte Frau Ministerpräsidentin,

Pressemeldungen zufolge gibt es Gespräche des Forschungszentrums Jülich mit dem US-Energieministerium über eine mögliche Verbringung der Brennelemente (BE) aus dem stillgelegten Thorium-Versuchsreaktor AVR in Jülich in das Herkunftsland USA. Hintergrund sei das Bemühen des FZJ, eine jahrzehntelange Zwischenlagerung in Deutschland zu vermeiden. Die Landesregierung habe diese „neue Lösungsoption“ für die Lagerung der AVR-BE „begrüßt“.

Auf den ersten Blick schien diese Option auch uns ein sinnvoller Lösungsansatz zu sein, da das Spaltmaterial des AVR ursprünglich sowieso aus den USA stammt und zudem hoch angereichertes und damit waffenfähiges Uran enthält, so dass für Deutschland als Nicht-Atomwaffenstaat die Proliferationsproblematik besteht.

Bei näherer Betrachtung ergeben sich jedoch zahlreiche Fragen von erheblichem Gewicht:

  1. Was soll bei einem Rücktransport in die USA dort mit den AVR-BE geschehen: Sollen sie entsorgt oder für die Neuproduktion von Nuklearwaffen eingesetzt werden?
  2. Falls sie entsorgt werden sollen (was aus unserer Sicht zu hoffen steht): Wo und wie sollen die BE in den USA zwischengelagert werden?
  3. Die AVR-BE sind als solche nicht endlagerfähig. Gibt es in den USA verantwortbare Techniken zur Konditionierung und zur anschließenden Endlagerung?
  4. Wie sollen die AVR-BE gegebenenfalls in die USA transportiert werden? Wenn das auf dem Seewege geschehen soll: Wie sollen die Transporte gesichert werden, vor Havarien ebenso wie vor Angriffen (Piraten, Terroristen)?

Sollten diese Fragen nicht zufrieden stellend beantwortet werden können, sind aus unserer Sicht die angedachten Transporte in die USA unverantwortlich. Sie würden dann nur eine Entsorgung vortäuschen, die in Wirklichkeit in den USA genauso wenig erfolgen kann wie in Deutschland. Und sie würden lediglich dazu dienen, dass das FZJ, das alleine für die Schaffung des Problems verantwortlich ist, sich aber aus Imagegründen heute dieser Verantwortung nicht mehr stellen will, sein ungelöstes Problem auf andere abwälzt, wie dies schon seit Jahren versucht wird.

Wir bitten Sie um eine Beantwortung unserer Fragen und verbleiben
Mit freundlichen Grüßen,

Heiner Möllers
Vorsitzender der Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“ e.V.

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